
18.03.26 –
Wie ein Garten nicht nur schöner, sondern auch lebendiger, gesünder und spannender werden kann, zeigte ein gut besuchter Informationsabend von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Grünen Büro. Rund 50 Gäste kamen, um sich Anregungen für die eigene Gartengestaltung zu holen – und gingen mit überraschend einfachen Ideen nach Hause. Durch den Abend führte Sandra Segger, Ratsfrau der GRÜNEN.
Referentin Esther Susewind, Biodiversitätsbeauftragte des Kreises Steinfurt, machte schnell deutlich: „Es muss nicht direkt ein ganzer Naturgarten sein.“ Schon kleine Veränderungen könnten Großes bewirken – für die Artenvielfalt ebenso wie für die Lebensqualität der Menschen.
Denn naturnahe Gärten sind weit mehr als ein ökologisches Statement: Sie kühlen im Sommer spürbar die Luft, filtern Feinstaub und schaffen mit Bäumen und Sträuchern natürliche Schattenplätze und Sichtschutz. Gleichzeitig entstehen lebendige Räume voller Farben, Düfte und Bewegung – Orte, die zum Entdecken einladen und selbst kleine Gärten in Abenteuerlandschaften verwandeln.
Auch die Wirkung auf den Menschen ist beeindruckend und wissenschaftlich belegt: Der Aufenthalt in naturnahen Grünräumen kann Stress reduzieren, die Konzentration steigern und die Stimmung heben. Besonders eindrucksvoll: Studien zeigen, dass eine hohe Vogelvielfalt das Glücksempfinden ähnlich stark steigern kann wie eine Gehaltserhöhung.
Im Mittelpunkt des Vortrags stand ein Schlüsselbegriff: Strukturvielfalt. Je vielfältiger ein Garten aufgebaut ist, desto mehr Leben zieht er an. Wildblumen, Sträucher, Hecken und Bäume bilden die Grundlage. Ergänzt durch Wasserstellen, Natursteinmauern oder kleine Steinaufschüttungen entstehen zusätzliche Lebensräume. Totholz – ob liegend oder stehend – bietet Unterschlupf für zahlreiche Arten, während offene Bodenstellen oder sogenannte Sandarien besonders für Wildbienen unverzichtbar sind. Selbst Gebäude können einbezogen werden: Fassaden- und Dachbegrünungen erweitern den Lebensraum nach oben.
Susewind betonte zudem die Bedeutung heimischer Pflanzen und den Verzicht auf Pestizide. Schon kleine Wildblumenflächen könnten einen großen Unterschied machen. Unterstützung gibt es durch ein Blühflächen-Förderprogramm des Kreises Steinfurt, das sich an Privatpersonen, Kommunen und Vereine richtet.
In der lebhaften Fragerunde wurde deutlich, wie groß das Interesse an konkreten Lösungen ist – von der Pflanzenauswahl bis zum Umgang mit Schottergärten. Klar wurde auch: Veränderung beginnt oft im Gespräch.
Zum Abschluss gab es einen Ausblick von Karl-Heinz Fiege auf den aktuellen Stand des Gemeinschaftsgartenprojekt der Gartenfreunde Neuenkirchen – ein weiterer Schritt hin zu mehr Natur vor der eigenen Haustür. Der Abend zeigte eindrucksvoll: Wer der Natur im Garten Raum gibt, gewinnt selbst ein großes Stück Lebensqualität.
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