Landratskandidatin zu Gast auf dem Gemüsehof Weßling

17.06.20 –

Biolandbau, Klimawandel und Regionalvermarktung – viel Diskussionsstoff bei Hofführung

Letzte Woche war die parteilose Landratskandidatin Birgit Neyer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung im Kreis Steinfurt (WESt), zu Gast auf dem Bio-Gemüsehof von Dietmar Weßling am Kaisersweg in Neuenkirchen. Gemeinsam mit Kathrin Horre, die für die GRÜNEN als Bürgermeisterin für Neuenkirchen und St. Arnold kandidiert, fand eine lebhafte Diskussion um die aktuellen Themen der Zeit statt: Welche Auswirkungen hat die Corona-Pandemie für den Betrieb? Wie geht der landwirtschaftliche Betrieb mit den Folgen des Klimawandels um? Welche Methoden nutzt der Bio-Betrieb zur Schädlingsbekämpfung? Was sind die Herausforderungen der Marktbeschicker und Regionalvermarkter? Eine Gruppe interessierter Bürgerinnen und Bürger schloss sich dem kleinen Tross an und nahm an der informativen Hofführung von Dietmar Weßling teil.

Er erzählte die Geschichte des Hofes, den Umbau vom konventionellen Anbau zum Bioland-Betrieb, den Märkten in Rheine, Ibbenbüren, Nordhorn und Neuenkirchen, auf denen er mit seinen Angestellten die Waren an eine bunte Kundschaft verkauft und von alternativen Methoden der Schädlingsbekämpfung, um auf den Einsatz von Insektiziden und Fungiziden verzichten zu können. „Die Corona-Pandemie verlangt allen Unternehmen viel ab, wie habt ihr als Familienbetrieb diese Herausforderung angenommen?“ fragt Birgit Neyer interessiert nach. „Uns war von Beginn an klar, dass es Vorschriften geben wird, auf die wir uns einstellen müssen. Da haben mein Vater und ich sofort mit der Ideenschmiede begonnen“, erklärt Dietmar Weßling die Konzeptentwicklung für den Hofladen und die Marktstände. „Spuckschutz“ wurde überall eingebaut, ein Leitsystem entwickelt, bevor es Pflicht wurde und auf dem Hof wurde in einer Halle ein Marktstand für den Verkauf von Obst und Gemüse aufgebaut, damit der Kundenverkehr im Hofladen selber sich reduzierte. „Unsere Kunden finden das toll. Und jammern und nichts tun kommt für uns nicht in Frage.“

Bei der Führung durch die Gewächshäuser wurde schnell klar, dass der Gärtner aus Leidenschaft viel Neues ausprobiert und wenn etwas nicht funktioniert, schaut er sich die alten Methoden an. Ein selbstgebautes Gebläse hilft gegen die Krautfäule auf den Tomatenpflanzen. Eine Blühwiese lockt Nützlinge an, die wiederum Schädlinge aus dem Gewächshaus vertreiben. Und tausende Hummeln helfen ihm bei der Bestäubung vieler Pflanzen. „Manchmal muss man einen Schritt zurückgehen, um die Lösung zu finden. Aber eine Lösung gibt es immer!“ erklärt Dietmar Weßling zum Beispiel die Renaissance des Kürbisses, der auf dem Komposthaufen wächst, diesem die Feuchtigkeit entzieht, so dass der gewonnene Humus im Folgejahr wieder guten Nährstoff für die Pflanzen bietet. Doch eines macht er auch ganz deutlich: Der Klimawandel ist längst da! Die letzten beiden Sommer waren viel zu trocken, aber die Dürre dieses Frühjahrs ist noch extremer. „Der Regen der letzten zwei Tage reicht vielleicht für knapp eine Woche aus. Er dringt aber nicht tief genug ins Erdreich ein und füllt die Grundwasserspiegel nicht auf. Dafür müsste es ein halbes Jahr lang durchregnen!“

Birgit Neyer war über soviel Ideenreichtum begeistert und hatte konkrete Vorschläge zur Vernetzung mit anderen Betrieben, um z.B. sogenannte „Hofkisten“ als Lieferservice auszubauen, um den Sektor der Regionalvermarktung von regionalen und saisonalen Nahrungsmitteln zu etablieren. Gedanken, die noch weiter gesponnen werden können. Besonders vor dem Hintergrund, dass immer mehr Menschen auf diese Produkte umsteigen. „Die Bio-Branche hat seit Jahren ein konstantes Wachstum. Doch seit Herbst 2019 lässt sich eine erhöhte Nachfrage der regionalen Bio-Produkte feststellen“, berichtet Dietmar Weßling. „Wir können uns das nur mit der Fridays for Future-Bewegung erklären.“ Das freute Kathrin Horre ganz besonders: „Das ist großartig und passt zur steigenden Bereitschaft der Menschen, Klimaschutz im Kleinen umzusetzen, um Großes zu bewirken! Dazu zählt auch ein Umdenken und verändertes Konsumverhalten.“

Abschließend wurde noch der Wochenendeinkauf im Hofladen erledigt. Die beiden Kandidat*innen für die Spitzenämter im Kreis und im Ort haben sich für einen nächsten Austausch verabredet – Informationen folgen!

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