1200 Ferkel und acht Grüne Besichtigung auf dem Hof Niehues

03.10.16 –

In der letzten Woche folgten Mitglieder von Bündnis 90/Die Grünen der Einladung von Markus Niehues, Schweinemäster aus Neuenkirchen und besuchten seinen modernen Maststall im Nosterbrook. „In Diskussionen bei verschiedenen Veranstaltungen kam mir die Idee, die Grünen doch mal in meinen Stall einzuladen. Ich bin mir sicher, dass Sie noch keinen modernen Maststall von innen gesehen haben“, begrüßte Niehues seine Gäste an diesem Abend. „Wir haben uns sehr über Ihr Angebot gefreut“, erwiderte Ellen Pfennig, Fraktionssprecherin der Grünen im Rat Neuenkirchen.

In Overalls gehüllt – um keine Keime und Krankheitserreger in den Stall einzuschleppen – ging es dann gemeinsam mit Ehefrau Jutta Niehues und Christian Röwert, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverband Neuenkirchen, in den neuen Maststall mit 1200 Mastplätzen. Diesen hat er vor zwei Jahren in Betrieb genommen. Zu seinem Hof gehören weiterhin 90 ha Ackerbau, ein weiterer Maststall und die erste Windkraftanlage in Neuenkirchen.

Markus Niehues beantwortete geduldig die Fragen der Grünen und gab einen guten Einblick in seine Arbeit als Landwirt. Im Anschluss an die Stallführung wurde in gemütlicher Runde auf Strohballen und bei leckeren Milchshakes aus dem Melkhus Leifker intensiv weiterdiskutiert. Über die Aktualität und Brisanz durch den vom Magazin Panorama ausgestrahlten Bericht mit Bildern aus einigen Ställen hoher Bauernverbandsfunktionäre waren alle überrascht.

Tierhaltung in Offenställen, Fütterung ohne Soja aus Südamerika, Senkung der Nitratbelastung des Grundwassers, Alternativen zum Einsatz von Herbiziden – Querdenken war erlaubt und erwünscht. Besonders spannend war der fachliche Austausch zwischen den beiden konventionellen Landwirten Niehues und Röwert mit Dietmar Wessling vom Bioland-Gemüsehof Wessling in Neuenkirchen. Ein „Voneinander-Lernen“ scheint bei den Landwirten noch nicht selbstverständlich zu sein. Anders bei den Bio-Betrieben: „Man muss das Rad doch nicht immer neu erfinden, wenn andere schon viel weiter sind“, betonte Dietmar Wessling.

Besonders erfreulich ist, dass im letzten Jahr eine deutliche Reduzierung der Antibiotikagaben bei den deutschen Landwirten erzielt wurde. Die Einführung der zentralen Antibiotika-Datenbank vor zwei Jahren hat dazu geführt, dass nach alternativen (homöopathischen und pflanzlichen) Methoden zur Behandlung von Krankheiten gesucht wurde.

Kathrin Horre, Sprecherin des Grünen Ortsverbandes, brachte es auf den Punkt: „Wenn wir eine ökologische und ökonomische Landwirtschaft wollen, die gute Produkte im Einklang mit Tierwohl, Natur und Umwelt für die Ernährung der Menschen liefern kann, dann muss an mehreren Stellschrauben gedreht werden.“ Die Monopolisierung der Schlachtbetriebe und Einzelhandelsketten hat dazu geführt, dass der Preis diktiert und sogar die Beschaffenheit des schlachtreifen Tieres vorgeschrieben wird, damit es in die Verpackungslinie passt. Der Verbraucher muss sich bewusst machen, dass sein Wunsch, billige Lebensmittel einkaufen und täglich Fleisch konsumieren zu können, sich zu Lasten der Landwirte und seine Tiere auswirkt.

Zum Ende des Abends waren sich die Landwirte und Grünen einige: Dieser offene und konstruktive Austausch soll auch zukünftig fortgeführt werden. „Wir freuen uns, wenn wir gemeinsam mehr miteinander anstatt übereinander reden können“, verabschiedete sich Kathrin Horre im Namen der Grünen.

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